Umfrage unter Auszubildenden zum Thema UV-Schutz

07.07.2020 | UV-Strahlung: Gefahr erkannt – aber nicht gebannt. Bau-Nachwuchs setzt Sonnenschutz nur spärlich um

Was wissen junge Menschen über das Thema Schutz vor UV-Strahlung und wie sensibel gehen Sie mit diesem Thema um? Das wollte die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) wissen und befragte dazu im März 113 Auszubildende aus unterschiedlichen Gewerken der Baubranche. Das Ergebnis zeigt: Fast alle Befragten kennen die Gefahren, die zu viel Sonne bergen kann – doch bei der Umsetzung hakt es, nur die wenigsten schützen sich draußen bei der Arbeit ausreichend vor UV-Strahlung.

UV-Aktionstage

Bildquelle: BG BAU

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Im Rahmen der Stichprobe wurden Azubis aus dem Dachdecker-, Maler- und Glaserhandwerk sowie des Bereiches Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik aus zwei Ausbildungszentren in Nordrhein-Westfalen anonym und getrennt voneinander befragt. Die BG BAU interessierte, welche Bedeutung das Thema UV-Schutz unter den Befragten hat, welches Gefahrenbewusstsein besteht und inwieweit bereits Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Die Auswertung zeigt folgendes Bild: 91 Prozent der befragten Auszubildenden sind informiert, dass UV-Strahlung gefährlich sein kann. Immerhin 83 Prozent wissen, dass richtige Bekleidung vor den Strahlen schützt. Trotzdem ist nur 20 Prozent der jungen Menschen der Schutz vor Sonnenstrahlen wichtig und spärliche 15 Prozent tragen bei der Arbeit im Sommer lange, abdeckende Kleidung.

„Positiv an den Ergebnissen ist, dass offenbar grundsätzlich ein breites Wissen zum Thema UV-Strahlung da ist, problematisch ist eher wie mit dem Wissen umgegangen wird. Die wenigsten ziehen die richtigen Konsequenzen und schützen sich entsprechend - da ist also noch viel Luft nach oben“, sagt Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Leiterin des Arbeitsmedizinischen Dienstes der BG BAU GmbH. „Gerade bei diesen jungen Beschäftigten müssen wir unsere Bemühungen verstärken, um eine Verhaltensänderung hinzubekommen.“

Wissenslücken vorhanden

Weiterhin zeigt die Umfrage, dass Azubis zwar wissen, dass UV-Strahlung gefährlich ist - jedoch zumeist nicht, ab wann diese die Haut schädigen. So gab ein Drittel der Befragten an, dass UV-Strahlung erst nach einigen Stunden schädigend auf die Haut wirkt - oder dass Wolken einen ausreichenden Schutz gegen die UV-Strahlung bieten können.

Bedenklich ist auch das fehlende Risikobewusstsein unter den befragten Auszubildenden:

Immerhin 57 Prozent halten einen Sonnenbrand nicht für gefährlich. Entsprechend haben nur 25 Prozent Bedenken, den ganzen Tag in der Sonne zu arbeiten. Und sogar nur 17 Prozent nutzen Sonnenschutzcreme - ein Drittel trägt immerhin eine Kopfbedeckung.

Dr. Wahl-Wachendorf: „Vor dem Hintergrund, dass gerade Verbrennungen in jungen Jahren schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben können, sind die Ergebnisse besorgniserregend. Denn die durch UV-Strahlung geschädigte Haut vergisst nichts, Hautkrebs kann die Folge sein. Nicht von ungefähr steigen die Hautkrebszahlen kontinuierlich. Hier müssen wir ansetzen und aufklären und beraten. Denn vor UV-Strahlung kann man sich problemlos schützen!“

 

Hintergrund 

Durch den Klimawandel könnte es nach Simulationen wärmer und trockener in Deutschland werden. Mehr sonnige Tage führen zu mehr Tagen mit hohen Werten ultravioletter (UV) Strahlen. Die Zahl UV-bedingter Hautkrebs-Erkrankungen nimmt seit Jahren zu, wie das Bundesamt für Strahlenschutz feststellt. Besonders hoch ist die Gefahr an weißem Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom oder multiple aktinische Keratose) zu erkranken für Beschäftigte, die viel im Freien arbeiten. Dazu gehören Beschäftigte der Bauwirtschaft und baunaher Dienstleistungen. Seit Aufnahme in die Liste der Berufskrankheiten im Jahr 2015 ist der weiße Hautkrebs die häufigste angezeigte Berufskrankheit bei der BG BAU.

Die BG BAU ist die gesetzliche Unfallversicherung für die Bauwirtschaft und baunahe Dienstleistung und damit ein wichtiger Pfeiler des deutschen Sozialversicherungssystems. Sie betreut ca. 2,8 Millionen Versicherte in rund 500.000 Betrieben und ca. 50.000 privaten Bauvorhaben.

Zusätzlich fördert die BG BAU im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, um Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden. Kommt es dennoch zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, bietet die BG BAU umfassende medizinische Betreuung und Rehabilitation mit allen geeigneten Mitteln, sorgt für die Reintegration der Betroffenen und leistet finanzielle Entschädigung. Weitere Informationen unter www.bgbau.de und https://www.amd.bgbau.de/.

Pressekontakt: Thomas Lucks, Telefon: 069/4705-824, E-Mail: presse(at)bgbau.de

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